Schminken als Beruf
Schminken ist ein Thema, dass Frauen und Männer schon seit Jahrhunderten beschäftigt. In nahezu jeder Kultur gibt es das Ritual des sich schön Machens. Geschminkt wurde sich für den Kampf, den Einzug ins Feld, aber auch um dem Gegenüber Angst zu machen oder es zu beeindrucken.
Die alten Ägypter haben sich geschminkt. Von denen haben wir den Kajal geerbt, dessen schwarzer oder wenigstens dunkler Strich um die augen selbige besser betont.
Auch die Indianer hielten viel vom Schminken. Und die alten Griechen. Und wenn man sich heute in der Pop-Szene umschaut, dann schminken sich ja sogar die jungen Männer. Tokyo Hotel ist so ein Beispiel. Kennt man den überhaupt ungeschminkt? Erkennt man ihn dann überhaupt? Den Leadsänger dieser Band, Bill oder wie er heißt?
So richtig gut schminken können sich jedenfalls die Wenigsten, finde ich. Schminken ist eine Kunst. Schminken soll die natürliche Schönheit unterstreichen und nicht anmalen. Es gibt ja tatsächlich heute einen Beruf, den Make Up Artist, der andere Menschen hauptberuflich schminkt. Ich habe da letztens eine junge Frau kennen gelernt, die sich mit dieser Geschäftsidee selbständig machen will. Und ihr Alleinstellungsmerkmal, also das, womit sie sich von Anderen, die die gleiche Dienstleistung anbieten, abheben will ist, dass sie Frauen so schminkt, wie es in den 50ger Jahren aussah. Sie selbst sieht auch immer so ein bisschen nach 50ger Jahren aus. Ganz toll, das hat echt Stil. Was ich bislang nicht wusste – diese armen jungen Frauen, die sich mit so einer Geschäftsidee selbständig machen wollen, müssen Erfahrungen sammeln und tun dies in unbezahlten Aufträgen. Wenn sie Glück haben, dürfen sie einem bereits bekannten (meist männlichen) Make Up Artist zur Hand gehen, wenn er Models schminkt. Sie müssen sich eine Mappe erstellen, in denen die Models vor und nach dem Schminken abgebildet sind und damit sozusagen hausieren gehen. Das ist ein knochenharter Job bis man sich endlich so einen Namen in der Szene gemacht hat, dass man bezahlt gebucht wird. Das hat mich richtig erschrocken. Nahezu jedes Praktikum wird bezahlt, nur in der Modelszene nicht. Die jungen Frauen machen die ganze Arbeit, der Meister kommt anschließen an und macht die letzten drei Handbewegungen, und das war es . Er kassiert, die Mädels gehen leer aus. Aber sie dürfen sich in seinem Ruhm sonnen, und das ist augenscheinlich alles, was da zählt. Sich einen Namen zu machen ist super wichtig. Ich bin mir sicher, für mich wäre das kein Job!
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